Tour de Planet - move for climate

Fakten zur Klimakrise

Was sind die Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise? Wie entstehen Treibhausgase und was verursachen sie? Wo ist der Zusammenhang zwischen der Klimakrise und Migration? Hier findest du ein paar kurze Informationen und weiterführende Links zur Vertiefung. 

Was sind Treibhausgase?

Die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O) werden durch biologische Prozesse in die Erdatmosphäre ausgestoßen. Die Moleküle sind für das langwellige Sonnenlicht durchlässig, nicht jedoch für das kurzwellige, von der Erdoberfläche reflektierte Licht.

Hieraus resultiert der natürliche Treibhauseffekt, ohne den die Erde mit einer globalen Mitteltemperatur von ca. -15 °C unbewohnbar wäre. 

Seit der industriellen Revolution werden zusätzlich vom Menschen erzeugte Mengen dieser Gase in die Atmosphäre eingetragen - durch Land- und Viehwirtschaft (23 %), besonders aber durch das Verbrennen fossiler Energieträger. Die anthropogenen Treibhausgase machen etwa 4/5 der Gesamtmenge aus und bewirken die Erwärmung der unteren Luftschichten. Der Temperaturanstieg von 1,5 °C zum vorindustriellen Niveau, wie 2015 von der Pariser Weltklimakonferenz beschlossen, wird voraussichtlich zwischen 2030 und 2050 erreicht. 

Ab diesem Punkt ist der Prozess der Erderhitzung unumkehrbar.

Kipppunkte

Diese sich selbst verstärkenden Prozesse laufen nach dem Anstoß auch dann weiter, wenn die ursprüngliche Ursache (hohe Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre) entfernt wurde. Ein Beispiel dafür ist das Abschmelzen der polaren Eisschilde: Während Eis die Sonnenstrahlen reflektiert, nimmt die darunter liegende dunkle Oberfläche diese auf und erhitzt sich, wodurch das übrige Eis noch schneller schmilzt.

Beobachteter Klimawandel

  • Anstieg der globalen mittleren Oberflächentemperatur um 0,8 °C bis 1,0 °C, davon zwei Drittel in den letzten 50 Jahren
  • die 14 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fallen in das 21. Jahrhundert
  • beschleunigtes Schmelzen der Gletscher und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. Zwischen 1900 und 2016 stieg der Meeresspiegel um 16 bis 20 cm an. Satellitenaufnahmen zeigen, dass von 1993 bis 2017 der Meeresspiegel um 7,5 cm angestiegen ist - das bedeutet einen Anstieg um ungefähr 30 cm pro Jahrhundert.
  • Zunahme von Extremwetterlagen wie Hitzewellen weltweit

Folgen / Schäden durch den Klimawandel (Auswahl)

  • Hitzewellen belasten die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen.
    Beispielsweise forderte die Hitzewelle von 2003 45-70.000 Todesopfer in Europa und richtete einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 13 Mrd. US-Dollar an. Für die Rekordsommer 2018 und 2019 schätzt man die Zahl der Hitzetoten auf je 10.000 nur in Deutschland.
  • Ernteausfälle in der Land- und Forstwirtschaft aufgrund der unkalkulierbaren und vegetationsungünstigen Witterung
  • Das Arbeiten im Freien bzw. in nicht klimatisierten Räumen wird bei Temperaturen von über 40 °C unmöglich.
  • Verformungen von Straßen und Schienen aufgrund der Hitze
  • Überflutung und Unterspülung nach Starkregen und Hochwassern. Ausgetrocknete Erde kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.
  • Für die Binnenschifffahrt ergeben sich aufgrund der Hoch- und Niedrigwasserstände Einschränkungen.
  • Kühlung von Kraftwerken und Industrieanlagen, da Flusswasser zu warm bzw. in unzureichenden Mengen vorhanden ist.
  • Hohe Temperaturen und Wassermangel bedrohen außerdem das ökologische Gleichgewicht in Gewässern. Zu niedriger Wasserstand und mangelnde Zufuhr trocknen sie aus. Teiche und Seen kippen. Das in ihnen enthaltene Leben stirbt mit ihnen.
  • Weltweit hätte ein Temperaturanstieg von 4,5 °C das Aussterben von bis zu 50 % aller Arten zur Folge.
  • Für Menschen bedeutet der Verlust von Land durch Verwüstung und Überflutung eine verringerte Siedlungs- und Anbaufläche. Daraus resultiert die Gefährdung der Ernährung und damit Existenz von 500 Mio. Menschen.
  • Derzeit flüchten im Schnitt 20 Millionen Menschen jährlich innerhalb ihres Landes wegen der Folgen des Klimawandels. Der Klimawandel ist laut UNO eine der Hauptfluchtursachen weltweit. Für 2050 sind bis zu 200 Millionen Umweltflüchtlinge weltweit prognostiziert.